Die Zugabe „ Maria durch ein Dornwald ging“ habe ich natürlich schon einmal gehört und sie passt wunderbar in die Weihnachtszeit. Ein gelungener Abschluss für das Konzert am 3. Dezember 2011.
Aber deshalb habe ich das Konzert des Dresdner Kreuzchors nicht ausgewählt. Wenn man schon in der Grundschule im Schulchor gesungen hat, dann ist es etwas ganz besonderes, einen Knabenchor zu hören, schnell wird klar, dass hier (kleinere und größere) Profis am Werk sind. An diesem Abend steht alles unter dem Motto „Gloria“. Der Dresdner Kreuzchor bringt an diesem Abend gemeinsam mit dem Konzerthausorchester als erstes ein Magnificat für zwei vierstimme Chöre, zwei Trompeten, Streicher und Basso continuo, danach Gloria für Solia, Chor und Orchester D-Dur RV 589 von Antonio Vivaldi und nach der Pause zum Abschluss noch „Messa die Gloria“ für Tenor und Bass-Solo, Chor und Orchester von Giacomo Puccini.
Beim ersten Stück ist das Orchester kleiner besetzt und der Klang des Chors fasziniert mich. Ich habe auch schon so große Chöre gehört, aber es ist jedes Mal wieder so faszinierend- vom ersten Moment an klingt es voll und homogen. Gleich am Anfang werde ich aber nicht von dem Klang, sondern vom Öffnen der Hefter überrascht, nicht dass das etwas Besonderes ist… aber es erfolgt absolut zeitgleich. Ich weiß, dass das einiges an Zeit braucht, bis das so funktioniert und das die doch zum größten Teil recht kleinen Sänger das so hinbekommen, ist ein schöner Auftakt- es handelt sich um einen disziplinierten, sehr gut aufeinander abgestimmten Chor.
Nach den folgenden 2 bis 3 Stunden kann ich bestätigen, dass es sich auch um einen sehr guten Chor handelt. Das zweite Stück – Gloria- ist wunderschön, der Chor wechselt sich mit einer Sopranistin und einer Altistin ab und mit dem Text im Programmheft wird sehr schnell deutlich, dass die Musik den Text nicht einfach nur unterlegt, sondern unterstützt und zu einem großen Teil mit an das Publikum „weiterreicht“ . So ist zum Beispiel eine Lobpreisung besonders heiter.
Die Musik, die den Text unterstützt und wichtige Punkte hervorhebt, findet sich auch in der „Messa di Gloria“ von Puccini wieder. Hier wird der Chor nicht von zwei Sängerinnen, sondern von zwei Sängern unterstützt, einem Tenor und einem Bass. Diese singen teilweise mit dem Chor, teilweise alleine ihre Soli. Die größen Teile der Messe nehmen nach dem einleitenden ruhigen und getragenen Kyrie Gloria und Credo ein. Beim Gloria fällt mir vor allem der tänzerische und fast spielerische Anfang auf. Bass und Tenor stoßen erst beim Credo hinzu. Sanctus und Agnus Dei sind danach wieder ziemlich kurz und so im Vergleich zu den anderen Teilen der Messe viel zu schnell vorbei.
Aber es gibt ja noch den weihnachtlichen Nachschlag, ehe man wieder in die kalte Dezembernacht entlassen wird- „Maria durch ein Dornwald ging“. Ein wirklich schöner Abschluss.
Nicht nur, wenn man selbst Chormitglied ist, hat einen dieser Abend beeindruckt und seine Wirkung hinterlassen, da bin ich mir sicher. Und für mich wird es auch ganz bestimmt nicht das letzte (gehörte) Chorkonzert gewesen sein.
Herzliche Grüße,
Karoline














